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Geschrieben von Cash Cow Farmer am 6.6.2017

Auf die Kuh gekommen
Eine kurze Geschichte des Milchviehs in der Werbung im Allgemeinen und in unserem Namen im Besonderen.

Die wahrscheinlich bekannteste aller Reklamekühe wurde erstmals Anfang der 70er Jahre in der Fernsehwerbung gesichtet: Die Werbeagentur Young & Rubicam malte eine Kuh so nachhaltig violett an, dass heute viele Kinder glauben, Kühe wären grundsätzlich lila und gäben Kakao statt Milch. Der älteste Vorfahr der „zartesten Versuchung, seit es Schokolade gibt“ wurde übrigens schon zwanzig Jahre vorher gesichtet – der legendäre Schweizer Grafiker Herbert Leupin brachte die Kuh und das Lila erstmals auf einem Plakat zusammen.

Milka 1952

Und so treiben sich seit Beginn der Werbung Rindviecher immer dann in der Werbung herum, wenn für Milcherzeugnisse oder – was Wunder! – Rindfleischerzeugnisse geworben wird. Der Bulle „Knorri“ zum Beispiel hielt in einem Huf einen Kochlöffel und versuchte, Hausfrauen der 60er Jahre davon zu überzeugen, nur Fleischbrühe einer ganz bestimmten Marke anzurühren – deren Namen Sie wahrscheinlich schon erraten haben.

Knorri

Etwa zur gleichen Zeit lebte auch die rotkarierte Karoline. Es gab sie in allen Formaten, vom lebensgroßen Messedisplay bis zum kleinen Ausschneidebogen fürs Kinderzimmer. (Heute ist sie nur noch beim Arla-Shop in Dänemark erhältlich.

Arla

Dafür hat sie Nachkommen: Ihr jüngstes Kälbchen lächelt von der Arla-H-Milch-Packung, und siehe da, es gibt sie auch in Plüsch.

Arla

In Frankreich ist die Kuh gleich für eine ganze Reihe von Milch- und Käse-Produkten Logo und Pate: der Markenname „La Vache qui rit“ beschreibt denn auch exakt, was alle Packungen seit 90 Jahren zeigen: eine lachende Kuh.

Vache qui rit

Noch etwas skurriler ist die Kreuzung aus Maiskolben und Kuh, die vom Saatguterzeuger KWS als Schlüsselanhänger produziert wurde und – so vermuten wir – Mais als Futtermittel für Rinder anpreist.

KWS

(Achtung, wir nehmen jetzt eine elegante Kurve von der Land- zur Finanzwirtschaft:) Friedrich Wilhelm Raiffeisen gründet im Jahr 1848 den „Flammersfelder Hilfsverein zur Unterstützung unbemittelter Landwirte“. Aus dieser ersten Genossenschaft entwickelte sich eine Organisation von heute mehr als 330.000 Unternehmen, die sich weltweit um Landwirtschaft und/oder Finanzwirtschaft kümmern. Und von der Raiffeisen Zentralbank Österreich (heute: Raiffeisen Bank International) kommt denn auch doppelt passend der leuchtend gelbe Bulle, von dem wir leider nicht genau wissen, ob er nun für die Börsenhausse oder für Viehbauern steht.

Raiffeisen

Insofern sind wir nicht die Ersten – und wahrscheinlich auch nicht die Letzten –, die sich ein Rind ins Logo und in den Namen geholt haben. Spätestens unsere Spezialisierung auf Finanzkunden und der Hinweis auf den Börsenbullen machen deutlich, wie gut dies zu uns und unserer Arbeit passt. Und genau da haben wir seit unserem ersten Tag immer wieder mit ihm zu tun: Der grüne Börsenbulle Scoachy war eine unserer ersten Ideen für die internationale Zertifikatebörse Scoach, seither haben wir ihn immer wieder weiterentwickelt. Inzwischen ist er blau, kann bisweilen an einem Luftballon umherfliegen und darf sich auch mal ein anderes Fell anziehen – er bleibt unverkennbar der Sympathieträger der Frankfurter Zertifikatebörse.

(Mehr dazu hier.)
Wir mögen ihn. Wir mögen Rinder.* Deshalb werden wir auch künftig in unregelmäßiger Folge (unter #Kuhreklame) darüber berichten, wo in der Werbung sie gerade wieder grasen.

* Das liegt, nebenbei bemerkt, vielleicht auch daran, dass viele der Cash Cow Farmer tatsächlich vom Land kommen. Der Verfasser dieses Textes zum Beispiel ist Bauernsohn und seine Eltern mussten frühmorgens und abends zum Melken raus. So viel hat sich nicht geändert ...

Bildnachweis: Den KWS- und den Raiffeisen-Bullen können Sie bei eBay erstehen, unser Dank für die Abbildungserlaubnis geht an Monis Toyshop. Knorri haben wir in der Sammlung von Hans Braun gefunden. Auch hier ein herzliches Dankeschön. Ebenso an das Studio DesignKis für das Plüschkälbchen. Karoline haben wir im dänischen Arla-Shop gefunden, die lachende Kuh kommt von Wikipedia und die Milka-Kuh ist mit etwas Glück im Schweizer Auktionshaus poster-auctioneer zu erstehen. Der Leopard schließlich ist von uns: er wurde für ein Angebot der ZertifikateBörse Frankfurt entwickelt.

Autor: Cash Cow Farmer
Datum: 6.6.2017
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